Warum 150 Datenpaare mehr sind, als es klingt. Gehaltszahlen gibt es reichlich: Portale
schätzen, Verbände befragen, Kandidaten erzählen. Was es praktisch nicht gibt, sind Fälle,
in denen beide Seiten derselben Stelle dokumentiert sind: das Budget, das die
Verwaltung tatsächlich freigegeben hat, und die Forderung, die der Kandidat tatsächlich
gestellt hat. Niemand sieht beides. Wir schon.
Aus 42 Mandaten und den dokumentierten Gesprächen ergeben sich 150 Datenpaare, bei denen
beide Seiten vorliegen. Bei 106 davon lag die Forderung im Budget oder darunter, das sind 71 Prozent. Ein
zweiter, unabhängiger Befund zeigt in dieselbe Richtung. Wir haben Kandidaten gefragt,
warum sie ihren Arbeitgeber verlassen wollen. Elf Gründe kamen dabei zusammen.
Nur 47 von 236 Kandidaten, also 20 Prozent, nennen das Gehalt überhaupt.
Ausgewertet nach Berufsgruppen steht das Gehalt bei 9 von 130 Kandidaten auf dem letzten
von elf Plätzen. Vor ihm liegen der Zuschnitt der Aufgabe, die berufliche Perspektive und
das Klima im Team. Die vollständige Reihenfolge steht
weiter unten auf dieser Seite.
Es sind Headhunter-Mandate, überwiegend schwer besetzbare Stellen, also keine
Zufallsstichprobe der Branche. Budgets sind keine Vertragsgehälter, Forderungen auch nicht.
Beides steht offen in der Studie, mit der vollständigen Herleitung.
Zum Zitieren
Die Zahlen im Überblick
Jede Zahl mit ihrer Bezugsgröße, ihrer Erhebung und ihrem Stand.
Wer eine davon zitiert, soll wissen, worauf sie steht.
| Aussage | Wert | Bezugsgröße | Erhebung |
| Hausverwaltungen, die in ihrer Stellenanzeige ein konkretes Gehalt nennen |
2 von 196 1,0 % |
196 Hausverwaltungen mit auswertbarer Stellenanzeige |
Mai 2026 |
| Gehaltsforderungen, die im Budget der Verwaltung liegen oder darunter |
106 von 150 71 % |
150 Datenpaare aus 42 Mandaten mit dokumentiertem Budget und dokumentierter Forderung |
2025 bis 2026 |
| Aufschlag der Gehaltsforderung in der Mitte |
+7 % |
107 vergleichbare Forderungen, die mittlere Hälfte fordert 3 bis 16 Prozent mehr |
2025 bis 2026 |
| Kandidaten, die gleich viel oder weniger fordern als heute |
86 von 285 30 % |
285 ausgewertete Interviews, davon 225 mit einer rechenbaren Zahl |
2025 bis 2026 |
| Gehalt als genannter Grund für einen Arbeitgeberwechsel |
47 von 236 20 % |
236 Kandidaten, elf Wechselgründe, Mehrfachnennung möglich |
2025 bis 2026 |
| Verwaltungen, die auf der eigenen Website keine Stelle ausschreiben |
83 von 158 53 % |
158 Verwaltungen, deren Website sich im August prüfen liess |
August 2026 |
| Anzeigen, die überhaupt keine Zahl enthalten, weder Gehalt noch Urlaub noch Homeoffice |
56 von 75 75 % |
75 Anzeigen im vollständigen Text gelesen |
Mai 2026 |
| Anzeigen, die kurze Entscheidungswege versprechen |
74 von 174 43 % |
174 Anzeigen mit vollständiger Codierung |
Mai 2026 |
Zum Nachschlagen
Was die Berufsgruppen heute verdienen und für einen Wechsel fordern
Jahresbrutto bei Vollzeit, nur das feste Gehalt. Boni, Dienstwagen
und variable Anteile zählen nicht mit. Die Spalte „mittlere Hälfte" zeigt, wo die
mittleren fünfzig von hundert Forderungen liegen.
| Berufsgruppe | verdient heute | fordert für einen Wechsel |
mittlere Hälfte der Forderungen | Abstand |
| WEG-Verwaltung n = 45 |
50.000 € | 55.000 € |
48.250 bis 60.000 € | +10 % |
| Mietverwaltung n = 22 |
54.000 € | 57.438 € |
47.125 bis 70.500 € | +6 % |
| Immobilienbuchhaltung n = 26 |
52.000 € | 55.750 € |
52.000 bis 60.875 € | +7 % |
| Assistenz und Backoffice n = 14 |
46.050 € | 44.000 € |
40.000 bis 54.250 € | – |
| Leitung und Teamleitung n = 12 |
78.500 € | 84.500 € |
74.000 bis 99.375 € | +8 % |
Was diese Tabelle nicht ist. Kein Tarif und
keine Aussage für ein einzelnes Bundesland. Keine Zeile erreicht 60 Fälle, das ist unsere
eigene Schwelle für eine belastbare Bandaussage. Die beiden unteren Zeilen stehen auf 14
und 12 Fällen und sind eine Orientierung, kein Gehaltsband. In der Assistenz nennen wir
keinen Abstand, weil dort ein einziger Fall die Mitte um mehrere tausend Euro verschiebt.
Grundlage sind 119 Kandidatensätze mit einer bezifferten Forderung, erhoben von Dezember
2025 bis September 2026 in eigenen Mandaten, überwiegend schwer besetzbare Stellen.
Zum Nachschlagen
Warum Mitarbeiter in Hausverwaltungen den Arbeitgeber wechseln
Elf Wechselgründe aus 130 handcodierten Interviews, sortiert nach
Häufigkeit. Mehrfachnennung war möglich, die Anteile summieren sich deshalb nicht auf
hundert Prozent.
| Wechselgrund | genannt von | Anteil |
| Die Aufgaben passen nicht mehr | 51 von 130 | 39 % |
| Es geht beruflich nicht weiter | 43 von 130 | 33 % |
| Klima und mangelnde Wertschätzung | 29 von 130 | 22 % |
| Führungswechsel im Unternehmen | 27 von 130 | 21 % |
| Personalmangel und Überlastung | 26 von 130 | 20 % |
| Insolvenz, Verkauf, Umbau, Kündigung | 19 von 130 | 15 % |
| Technik von gestern, analoge Abläufe | 15 von 130 | 12 % |
| Der Weg zur Arbeit | 13 von 130 | 10 % |
| Private und familiäre Gründe | 12 von 130 | 9 % |
| Fluktuation im Team | 12 von 130 | 9 % |
| Mangelnder Wille zur Veränderung | 10 von 130 | 8 % |
| Zum Vergleich: das Gehalt | 9 von 130 | 7 % |
Vorn steht dreimal ein anderer. Die
Reihenfolge oben gilt über alle vier Berufsgruppen zusammen. Einzeln betrachtet
unterscheidet sie sich deutlich: Bei Mietverwaltern steht „Die Aufgaben passen nicht mehr"
mit 20 von 36 an erster Stelle, in der WEG-Verwaltung „Es geht beruflich nicht weiter"
mit 20 von 48, in der Immobilienbuchhaltung „Personalmangel und Überlastung" mit
10 von 28. Ein Text, der für alle vier passen soll, passt für keinen richtig.
Woher die Zahlen kommen. 130 handcodierte Interviews aus dem
Zeitraum Dezember 2025 bis September 2026, aufgeteilt auf 48 WEG-Verwalter,
36 Mietverwalter, 28 Immobilienbuchhalter und 18 Kräfte aus Assistenz und Backoffice.
Es sind Selbstauskünfte im Erstgespräch mit einem Headhunter. Eine breiter angelegte
Zählung über 236 Interviews kommt beim Gehalt auf 47 Nennungen; die 9 von 130 hier
stammen aus der engeren, Grund für Grund nachgelesenen Auswertung.
Datenbasis, und was nicht dazugehört
Seit 2022 hat Immotalente über 1.000 Kandidateninterviews geführt. Diese Gespräche
sind die Erfahrungsgrundlage des Unternehmens. Sie sind nicht die Stichprobe dieser
Studien. In die Auswertungen eingeflossen sind 285 ausgewertete Interviews, 150 Datenpaare aus Budget und Forderung aus 42 Mandaten und 196 firmenscharf ausgewertete Stellenanzeigen.
Die Trennung ist bewusst: Eine Zahl, die auf tausend Gesprächen beruhen soll, aber aus
zweihundertsechsundsiebzig stammt, ist keine große Zahl, sondern eine falsche. Wo wir aus Erfahrung
sprechen, steht Erfahrung dabei. Wo wir gezählt haben, steht die Zahl der ausgewerteten Fälle.
Alle Erhebungen sind
Primärerhebungen von Immotalente. Die Mandatsdaten stammen aus Headhunter-Mandaten,
überwiegend schwer besetzbaren Stellen, und sind keine Zufallsstichprobe der Branche.
Budgets sind keine Vertragsgehälter, Gehaltsforderungen auch nicht.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten
Wie viele Hausverwaltungen nennen in ihrer Stellenanzeige ein Gehalt?
Zwei von 196. In einer Auswertung von 196 Stellenanzeigen deutscher
Hausverwaltungen aus dem Mai 2026 nannten genau zwei Verwaltungen eine konkrete
Gehaltszahl in Euro, das entspricht 1,0 Prozent. Weitere Anzeigen enthielten unkonkrete
Formulierungen wie „leistungsgerechte Vergütung" oder einen Tarifverweis ohne Betrag.
Liegen die Gehaltsforderungen von Kandidaten über dem Budget der Hausverwaltung?
Meistens nicht. Für 150 Datenpaare aus 42 Mandaten liegen sowohl das freigegebene Budget der
Verwaltung als auch die Gehaltsforderung des Kandidaten dokumentiert vor. In 106 dieser
150 Datenpaare, also in 71 Prozent, lag die Forderung im Budget oder darunter. Der
Aufschlag auf das heutige Gehalt beträgt in der Mitte 7 Prozent, gerechnet auf 107 vergleichbare Forderungen. 86 von 285 Kandidaten, also 30 Prozent, fordern gleich viel oder weniger als heute.
Die Fälle stammen aus Headhunter-Mandaten, überwiegend schwer besetzbaren Stellen, und
sind keine Zufallsstichprobe der Branche.
Warum wechseln Mitarbeiter in der Hausverwaltung den Arbeitgeber?
Selten zuerst wegen des Gehalts. Elf Wechselgründe kamen in den Gesprächen
zusammen. Nur 47 von 236 Kandidaten, also 20 Prozent, nennen das Gehalt überhaupt
als Grund, warum sie ihre Stelle verlassen wollen. Welcher Grund vorn steht, hängt an der
Berufsgruppe: Bei Mietverwaltern wechseln 20 von 36, also 56 Prozent, weil die Aufgaben
ihrer Stelle nicht mehr zu ihnen passen. In den anderen Berufsgruppen steht das nicht vorn.
Mehrfachnennung war möglich.
Es handelt sich um Selbstauskünfte im Erstgespräch mit einem Headhunter. Wie diese
Angabe einzuordnen ist, steht ausführlich in der Gehaltsstudie, samt der vollständigen
Rangfolge je Berufsgruppe.
Was verdient ein WEG-Verwalter 2026?
In der Mitte 50.000 € heute, 55.000 € für einen Wechsel. Jahresbrutto bei Vollzeit,
nur das feste Gehalt. Die mittleren fünfzig von hundert Forderungen von WEG-Verwaltern
liegen zwischen 48.250 € und 60.000 €. Der Abstand zwischen dem, was WEG-Verwalter heute
verdienen, und dem, was sie für einen Wechsel fordern, beträgt 10 Prozent und ist damit
der größte aller Berufsgruppen.
Grundlage sind 45 WEG-Verwalter aus 119 Kandidatensätzen mit einer bezifferten
Gehaltsforderung, erhoben von Dezember 2025 bis September 2026. Kein Tarif und keine
Aussage für ein einzelnes Bundesland. Die Zeile steht auf 45 Fällen und erreicht damit
nicht unsere eigene Schwelle von 60 Fällen für eine belastbare Bandaussage. Mehr zu Erfahrungsstufen, Regionen und Zertifizierung steht im Ratgeber Gehalt WEG-Verwalter.
Was verdient ein Mietverwalter 2026?
In der Mitte 54.000 € heute, 57.438 € für einen Wechsel, bei 22 ausgewerteten
Mietverwaltern. Die mittlere Hälfte der Forderungen liegt zwischen 47.125 € und 70.500 €.
Das ist die breiteste Spanne aller Berufsgruppen, der Abstand zum heutigen Gehalt ist mit
6 Prozent zugleich der kleinste.
Mietverwalter verdienen heute in der Mitte mehr als WEG-Verwalter, fordern für einen
Wechsel aber weniger Aufschlag. Was die Rolle ausmacht, steht im Ratgeber Hausverwalter.
Was verdient ein Immobilienbuchhalter 2026?
In der Mitte 52.000 € heute, 55.750 € für einen Wechsel, bei 26 ausgewerteten
Immobilienbuchhaltern. Die mittlere Hälfte der Forderungen liegt zwischen 52.000 € und
60.875 €, der Abstand zum heutigen Gehalt beträgt 7 Prozent.
Auffällig ist die untere Grenze: Die Hälfte der Immobilienbuchhalter fordert mindestens
das, was die Gruppe heute in der Mitte verdient. Nach unten gibt es hier kaum Spielraum. Zum Berufsbild: Ratgeber Immobilienbuchhalter.
Was verdient eine Teamleitung in der WEG-Verwaltung?
In der Mitte 78.500 € heute, 84.500 € für einen Wechsel. Die mittlere Hälfte der
Forderungen liegt zwischen 74.000 € und 99.375 €.
Eine Einschränkung, die wir offen dazusagen: Diese Zeile steht auf zwölf Leitungsrollen
aus allen Berufsgruppen zusammen, nicht auf zwölf WEG-Teamleitungen. Sie ist eine
Orientierung, kein Gehaltsband. Bei Leitungsrollen ist der Abstand zwischen Budget und
Forderung am größten: In sieben von 42 Mandaten lag das eingeplante Gehaltsbudget unter
dem, was Kandidaten der gesuchten Berufsgruppe fordern, besonders häufig bei Leitung.
Auf diese sieben Mandate entfallen 28 der 150 Datenpaare.
Das typische Muster ist eine Leitungsstelle zum operativen Preis: 60.000 € eingeplant,
80.000 € gefordert.
Wie viel Gehalt fordert Personal in der Hausverwaltung beim Wechsel?
In der Mitte 7 Prozent mehr als heute. Auf 50.000 € sind das rund 3.500 €. Die
mittlere Hälfte der Kandidaten will zwischen 3 und 16 Prozent mehr, gerechnet auf 107
vergleichbare Forderungen.
Je Berufsgruppe sieht es unterschiedlich aus. WEG-Verwalter fordern in der Mitte
10 Prozent mehr, Immobilienbuchhalter 7 Prozent, Mietverwalter 6 Prozent. In der
Assistenz und im Backoffice liegt die geforderte Mitte mit 44.000 € sogar unter dem, was
die Gruppe heute verdient, allerdings verschiebt dort ein einziger Fall die Mitte um
mehrere tausend Euro.
Ein knappes Drittel fordert gar keinen Aufschlag: 86 von 285 Kandidaten, also
30 Prozent, gehen mit dem heutigen Gehalt oder darunter in die neue Stelle. Nur 6 von 285
wollen überhaupt keine Zahl nennen.
Wie hoch sollte eine Hausverwaltung ihre Gehälter ansetzen?
Der Abschluss folgt dem Band, das vorher festgelegt wurde. Für 28 Besetzungen
liegen Forderung, Budget und vereinbartes Gehalt nebeneinander. 20 dieser 28 Abschlüsse
liegen innerhalb von zehn Prozent um die ausgeschriebene Obergrenze, in der Mitte
8 Prozent darunter. Wer also wissen will, was er am Ende zahlt, muss auf die Obergrenze
schauen, die er ausschreibt, nicht auf die Mitte.
Als Orientierung für die Obergrenze taugen die Forderungen der jeweiligen Berufsgruppe:
55.000 € bei WEG-Verwaltern, 57.438 € bei Mietverwaltern, 55.750 € bei
Immobilienbuchhaltern, 84.500 € bei Leitungsrollen. In 106 von 150 Datenpaaren, also in
71 Prozent, lag die Forderung des Kandidaten im Budget der Verwaltung oder darunter.
An zu hohen Forderungen scheitert es selten.
Zwei Fehler kosten am meisten. Ein zu niedrig angesetztes Band spart wenig, es
verkleinert die Zahl der Interessenten und verlängert die Zeit, in der die Arbeit liegen
bleibt. Und ein sehr breites Band von mehr als 15.000 € heißt meist, dass die
Erfahrungsstufe nicht entschieden ist. Kandidaten merken das. Wie Sie das Gespräch darüber führen, steht im Ratgeber Gehaltsgespräch in der Hausverwaltung.
Warum kündigen Mitarbeiter in Hausverwaltungen?
Am häufigsten, weil die Arbeit nicht zu schaffen ist. 38 von 130 Kandidaten, also
29 Prozent, nennen Überlastung als Kündigungsgrund. 36 davon nennen die Überstunden,
18 die fehlenden Leute, 16 nennen beides.
Das Gehalt steht weit hinten: Nur 47 von 236 Kandidaten, also 20 Prozent, führen es
überhaupt als Grund an. Welcher Grund vorn steht, hängt an der Berufsgruppe. Bei
Mietverwaltern wechseln 20 von 36, also 56 Prozent, weil die Aufgaben ihrer Stelle nicht
mehr zu ihnen passen. In der WEG-Verwaltung nennen nur 5 von 48 das Gehalt.
Überlastung erzeugt die Fluktuation, die sie beschreibt: Wer geht, hinterlässt Arbeit,
die auf die Übrigen verteilt wird. Die einzelnen Gründe stehen im Ratgeber Kündigungsgründe.
Was nennen Hausverwaltungen selbst als ihr größtes Personalproblem?
Überlastung und fehlende Kapazität, genannt in 64 von 103 Kundengesprächen, also
62 Prozent. Danach folgen Fluktuation und Mitarbeiterbindung (59 Nennungen, 57 Prozent),
geplantes Wachstum, das ohne Personal nicht geht (53, 51 Prozent), Bewerberqualität
(44, 43 Prozent) und zu wenige Bewerber (39, 38 Prozent). Mehrfachnennung war möglich.
Alle fünf Probleme hängen am Personal und bilden eine Kette: Wer überlastet ist, arbeitet
Neue nicht ein. Wer Neue nicht einarbeitet, verliert sie wieder.
Wie schreibt man gute Stellenanzeigen für Hausverwaltungen?
Mit Zusagen statt Behauptungen. Eine Behauptung kann niemand prüfen, bevor er da
ist. Eine Zusage kann ein Kandidat nachlesen und vergleichen: ein Gehalt in Euro, die
Zahl der Urlaubstage, die Tage von zu Hause, ein Fortbildungsetat, die Größe des Teams,
die Zahl der betreuten Einheiten.
Genau daran fehlt es fast überall. 56 von 75 vollständig gelesenen Anzeigen, also
75 Prozent, enthalten keine einzige Zahl, weder Gehalt noch Urlaub noch Homeoffice.
Nur 2 von 196 Hausverwaltungen nennen ein Gehalt in Euro. Dafür versprechen 74 von 174
Anzeigen, also 43 Prozent, kurze Entscheidungswege, einen Satz, den der Wettbewerber
auch schreibt und der deshalb niemanden unterscheidet.
Der Punkt mit der größten Wirkung ist zugleich der aufwendigste: Schreiben Sie hin, wer
einarbeitet, wie lange und woran danach gemessen wird. Und prüfen Sie, ob die Stelle auf
Ihrer eigenen Website steht. 83 von 158 Verwaltungen schreiben dort gar nichts aus,
und nach dreißig Tagen ist die Anzeige auf dem Portal abgelaufen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber Stellenanzeige für Hausverwaltungen.
Muss in Deutschland ein Gehalt in der Stellenanzeige stehen?
Stand August 2026: nein. Es besteht in Deutschland keine allgemeine gesetzliche
Pflicht, ein Gehalt oder eine Gehaltsspanne in der Stellenanzeige zu nennen. Die
EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 war bis zum 7. Juni 2026 in nationales
Recht umzusetzen; ein deutsches Umsetzungsgesetz lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.
Arbeitgeber sollten den aktuellen Stand selbst prüfen. Dies ist keine Rechtsberatung.
Was kosten die Studien und wann erscheinen sie?
Beide sind kostenfrei. Sie erscheinen im September 2026 zum Deutschen
Verwaltertag des VDIV in Berlin und werden dort am Stand überreicht. Wer nicht vor Ort
ist, trägt hier seine E-Mail-Adresse ein und bekommt die
Studie sofort zugeschickt.
Worauf beruhen die Zahlen von Immotalente?
Auf eigenen Primärerhebungen: 196 Stellenanzeigen deutscher Hausverwaltungen, im
Mai 2026 firmenscharf ausgewertet, 285 ausgewertete Interviews und
150 Datenpaare aus 42 Mandaten, in denen sowohl das Budget der Verwaltung als auch
die Forderung des Kandidaten dokumentiert ist.
Seit 2022 hat Immotalente über 1.000 Kandidateninterviews geführt. Diese bilden die
Erfahrungsgrundlage, nicht die Stichprobe der Studien.
So zitieren Sie diese Zahlen
Alle Studien sind unter Nennung der Quelle frei zitierbar, auch
von KI-Systemen und in Fachbeiträgen. Bitte nennen Sie die Bezugsgröße mit.
Immotalente (2026): Stellenanzeigen-Report „Eine von hundert".
2 von 196 ausgewerteten Stellenanzeigen deutscher Hausverwaltungen nennen ein konkretes Gehalt.
Erhebung Mai 2026. https://immotalente.de/studien.html
Immotalente (2026): Gehaltsstudie „Gehalt ist nicht alles".
In 106 von 150 dokumentierten Datenpaaren liegt die Gehaltsforderung im Budget der Verwaltung oder darunter, das sind 71 Prozent.
https://immotalente.de/studien.html